ABC - Zug

Die Gefahrenabwehr im ABC-Einsatz stellt eine besondere Herausforderung an die Freiwillige Feuerwehr Herscheid dar. Insbesondere durch das zugewiesene Kreis-, sowie Landes- fahrzeug die überregional alarmiert bzw. eingesetzt werden. Entsprechend ausgestattete Fahrzeuge (Gerätewagen Gefahrstoff (GW-G), Personen-Dekontaminationsfahrzeug (Dekon-P) und einem Messfahrzeug (ABC-ErKW) werden vorgehalten.Das speziell ausgebildete Personal wird aus mehreren Gruppen gestellt. In gemeinschaf-tlichen Übungen wird der Ausbildungsstand ständig aktualisiert.

ABC ErkKW
Messcontainer

Messcontainer des ABC-Erkunders

 

Die Messaustattung ist in einem verlastbaren Messcontainer untergebracht. Basis des ABC-Erkundungskraftwagens ist ein FIAT Ducato Maxi L2B, 2.8 i.d. TD mit Allradantrieb und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen.

 

 

Im Messcontainer sind folgende Systemteile untergebracht:

 

 

Radiologisches Mess-System

 

Zur Messung der Ortsdosisleistung werden unterschiedliche Erfassungskomponenten (Zähler) eingesetzt. Zum einen der NBR-Szintillationszähler und zum anderen das Proportionalzählrohr. Die Ortsdosisleistung wird ab 10 nSv/h bis 1 Sv/h automatisch erfasst. Die Natural Background Reduction-Methode (NBR) ermöglicht eine schnelle Unterscheidung von künstlichen und natürlichen Strahlenanteilen auch bei stark schwankendem Untergrund bereits ab 20% künstlichen Anteilen.

 

 

Chemisches Mess-System

 

Photoionisationsdetektor (PID) und Ionenmobilitätsspektrometer (IMS) zur chemischen Erkundung mit sich gegenseitig ergänzenden Nachweismöglichkeiten von Kampfstoffen und Industriechemikalien.

Photoionisationsdetektor (PID) und Ionenmobilitätsspektrometer (IMS) zur chemischen Erkundung mit sich gegenseitig ergänzenden Nachweismöglichkeiten von Kampfstoffen und Industriechemikalien.

 

 

Ortungssystem

 

Im Messcontainer ist als separate Einheit eine Differential-GPS-Einheit mit Koppelnavigation eingebaut. Bei einer Auflösung von unter 5m ist es möglich, das Fahrzeug auf einer hinterlegten Karte zuerkennen. Ist kein GPS-Signal vorhanden, übernimmt die Koppelnavigation diesen Part.

 

 

Rechner mit Mess-Software

 

 

Dient der gleichzeitigen Messung mit allen Nachweisgeräten und der Verknüpfung der Messwerte mit den Ortskoordinaten. Darstellung der Messwerte als XY-Diagramm, Tabelle oder auf einer Karte (online und offline); optischer und akustischer Alarm bei Schwellwertüberschreitung.

 

 

Versorgungseinheit

 

Der Messcontainer verfügt über eine eigenständige Versorgungseinheit. Bei einer Spannung von 12 Volt ist ein autarker Betrieb von mindestens 4 Stunden unter Volllast gewährleistet (Energiebilanz). Stehen 230 Volt Netzspannung zur Verfügung, wird die Messcontainerbatterie aufgeladen bei gleichzeitigem Vollastbetrieb.

Energiebilanz). Stehen 230 Volt Netzspannung zur Verfügung, wird die Messcontainerbatterie aufgeladen bei gleichzeitigem Vollastbetrieb.

  

 

Datenfernübertragung

 

Der ABC-ErkKW verfügt weiter über die Voraussetzungen eine Datenfernübertragung zu realisieren. Mit ihr können jederzeit Daten vom Fahrzeug zur Einsatzzentrale oder der ihr übergeordneten Einheit übermittelt werden.

 

 

 

Sonstiges

 

Auf dem ABC-ErkKW befinden sich weitere Messausstattungen und Zubehörteile. Dazu gehören Schutzausstattung, Probennahmen, Messerweiterung Radiologie, Ausstattung zur Erfassung der lokalen Wetterdaten, Funkgeräte.

 

 

 

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Überörtliche Einsätze des ABC Erkunders

WM / Feuerwache Bochum

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Fussballweltmeisterschaft 2006 

 

Während der Spiele in Dortmund gingen die ABC- Erkunder des Regierungsbezirkes Arnsberg an der Hauptwache der Feuerwehr Bochum in Bereitschaft.

Großbrand Fa. Kost / Bochum

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Beim Großbrand in Bochum wurden 2007 erstmalig alle 7 ABC- Erkunder des Regierungsbezirkes Arnsberg alarmiert um Luftmessungen vorzunehmen.

Großbrand in Menden

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Schadstoffmessungen wurden 2008 während des Einsatzes bei einem Großbrand in Menden durchgeführt.

Feuer Fa. Weka / Iserlohn Foto:derwesten

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Gleich in zwei aufeinanderfolgenden Nächten wurde der ABC Erkunder der Feuerwehr Herscheid 2009 beim Großbrand in Iserlohn tätig um zusammen mit der Messkomponente des Märkischen Kreises (Meinerzhagen und Neuenrade) und des Landes- Umweltamt Messungen durchzuführen

Verdächtiges Pulver Werdohl / Foto: WR

Als überörtliche Hilfeleistung in der Nachbarstadt Werdohl ging es zusammen mit der Analytischen Task Force der Berufsfeuerwehr Dortmund im Jahr 2010. Dort war ein unbekanntes, verdächtiges weißes Pulver entdeckt worden, welches bereits bei Bürgern zu Reizungen der Atemwege führte.

Chemikalienfund in Halver

Zu einem Chemikalienfund in Halver- Oberbrügge wurde der ABC Erkunder in der Weihnachtszeit 2011 alarmiert. Dort fand man mehr als 100 Gebinde mit verschiedenen Chemikalien vor. Die Gefäße hatten einen Inhalt von ca. 20 ml bis hin zur Fassgröße. Sie stammen offensichtlich aus den Überresten eines privaten Chemielabors, das der Vorbesitzer des Hauses dort unterhalten haben muss.

Brand Düngemittelfabrik im niederrheinischen Krefeld

Beim Großbrand einer Düngemittelfabrik im niederrheinischen Krefeld wurde der
Schadstoffgehalt in der Luft ermittelt. Die Ergebnisse, die allesamt unter
den gesetzlichen Grenzwerten lagen, wurden regelmäßig an die Einsatzzentrale
vor Ort übermittelt.

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Ein Informationsflyer (PDF Dokument 2,4 MB) über den ABC ErkKW finden sie [hier...]

Der Dekontaminations-Lastkraftwagen Personen, kurz Dekon P

 

Das Fahrzeug dient primär dem Transport von Ausstattung zur Dekontamination und der anschließenden hygienischen Reinigung der Einsatzkräfte. Es kann im Rahmen der Gefahrenabwehr bei chemischen biologischen und radiologischen Kontaminationen zur Entgiftung, Entseuchung und Entstrahlung eingesetzt werden.

Dekon-P

Das Fahrzeug

 

Als Trägerfahrzeug kommt ein MAN, Typ 10.163 LEC/L 26, zum Einsatz:

 

  • Leistung 114 kW
  • Gesamtgewicht 10500 kg, Nutzlast 4150 kg
  • Allradantrieb mit Differentialsperre in der Hinterachse
  • Hubladebühne mit 1000 kg Hubkraft
  • Besatzung 1/5/6 (Staffel)
Aufbau eines Dekon- Platzes

Die Ausstattung

 

Auf dem Fahrzeug ist die komplette Ausstattung verlastet, die für den Aufbau und Betrieb eines Dekontaminationsplatzes benötigt wird.

 

Die zentralen Bestandteile sind:

 

  • ein Dusch- und ein Aufenthaltszelt, beide luftgestützt
  • Einpersonenduschkabine
  • ein Wasserdurchlauferhitzer zur Warm- und Heißwasserversorgung
  • ein Zeltheizgerät, heißwasserbetrieben
  • eine Pumpe zur Frischwasserversorgung
  • ein Stromerzeuger
  • Frischwasservorratsbehälter
  • zwei Schmutzwasserpumpen und ein Abwasserbehälter
  • Schlauchmaterial und Armaturen
  • Beleuchtungsmaterial und Elektrokabel

Duschkabine und Zelte

In der Einpersonenduschkabine werden die Einsatzkräfte vor dem Ablegen des Chemikalien-schutzanzugs dekontaminiert. In den Zelten erfolgen die hygienische Reinigung und das anschließende Ankleiden der Einsatzkräfte.

 

 

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Warmwasserdurchlauferhitzer

Der Warmwasserdurchlauferhitzer erhitzt das Frischwasser und stellt Duschwasser sowie Heißwasser für das Zeltheizgerät zur Verfügung.

 

 

  •  Duschwasser 38 °C
  • Heißwasser ca. 90 °C
  • Wasserdurchsatz 2800 L/h
  • Wärmeleistung 100 kW
  • Wärmeträger: Diesel oder Heizöl

Frischwasserpumpe

Die Frischwasserpumpe versorgt den Wasserdurchlauferhitzer mit Frischwasser aus den  Vorratsbehältern. Auf diesem Weg wird auch der Heizkreislauf zwischen Zeltheizgerät und Wasserdurchlauferhitzer angetrieben.

 

Zeltheizgerät

Das Zeltheizgerät erzeugt mit Hilfe eines Wärmetauschers aus angesaugter Umgebungsluft warme Luft zum Beheizen der Zelte. Gleichzeitig verhindert die in das Aufenthaltszelt eingeblasene Luft, dass Schadstoffe in den sauberen Bereich des Dekontaminationsplatzes gelangen.

 

 

Dekontamination von Personen

Kommt es zu einer Freisetzung von chemischen, biologischen oder radioaktiven Gefahrstoffen, müssen sich Einsatzkräfte lageabhängig in kontaminiertem Gebiet bewegen. Bei Verlassen des abgesperrten Gefahrenbereichs müssen sie eine Dekontamination durchlaufen, um sich und andere Personen nicht durch Verschleppung von Gefahrstoffen zu gefährden.

 

Im ersten Schritt werden sie dazu in der Einpersonenduschkabine von Helfern, ebenfalls unter Schutzausrüstung, dekontaminiert. Hieran schließt sich das Auskleiden aus dem schweren Chemikalienschutz, ebenfalls mit Helfern, an. Als zweiter Schritt erfolgt im Duschzelt eine hygienische Reinigung. Nach dem Ankleiden, und gegebenenfalls einer Ruhepause, sind die Einsatzkräfte wieder bereit für einen erneuten Einsatz.

 

„Mehrwert“ des Dekon P.

Am Dekontaminationsplatz können auch an der Einsatzstelle angetroffene Personen dekontaminiert werden. Neben der ursprünglichen Aufgabe Dekontamination ist das System auch für andere Zwecke einsetzbar.

 

Die Zelte bieten bei Katastrophenschutzeinsätzen einen guten Witterungs-schutz und können beispielsweise als Aufenthaltsräume genutzt werden. Im Winter besteht durch das Zeltheizgerät zudem die Möglichkeit der Beheizung. Besonders während lang andauernder Einsätze bei Grosschadenslagen können diese Teile der Ausstattung für Einsatzkräfte und Betroffene von großem Wert sein.

16.04.18

11:18 Uhr

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